Grundsätze

  • I. Grundsätze von Somero

     

    1. Somero unterstützt junge Menschen in Uganda, die keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Bildung und Ausbildung haben. Im Fokus von Somero liegt die Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen.
    2. Die Förderung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Stipendiatinnen.
    3. Die Förderentscheidung hängt weder direkt noch indirekt vom Gesundheitszustand der Bewerberin oder des Bewerbers ab – insbesondere nicht von deren HIV-Status.
    4. Durch die Förderung erlangen die Somero-Stipendiatinnen einen Bildungsstand, der ihnen ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Das Stipendium umfasst alle materiellen und immateriellen Leistungen, die dafür benötigt werden.
    5. Die Arbeit von Somero basiert auf Freiwilligkeit, Gleichheit und gegenseitigem Respekt unabhängig von Nationalität, Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und Behinderung. Alle Geförderten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitgliederinnen und Mitglieder sowie Unterstützerinnen und Unterstützer von Somero bekennen sich zu diesen Grundwerten.
    6. Alle wichtigen Entscheidungen werden vom deutschen und ugandischen Somero-Team in sehr enger Kooperation einvernehmlich getroffen.
    7. Wie die Ziele von Somero vor Ort in Uganda realisiert werden können, kann das Somero-Team in Uganda am besten einschätzen.
    8. Das Somero-Team in Deutschland stellt die nötigen finanziellen Mittel zur Umsetzung des Projektes bereit und unterstützt das Team in Uganda bei rechtlichen und technischen Fragen.
    9. Alle finanziellen Mittel werden effizient, transparent und im Sinne des Vereinszwecks eingesetzt. Die Verwaltungskosten halten wir so gering wie möglich.
  • II. Strategischer Plan

     

    Um aus den erreichten Erfolgen zu lernen und die vor uns liegenden Herausforderungen meistern zu können, hat Somero Anfang 2013 einen Strategischen Plan für die Arbeit in den nächsten Jahren erstellt. Hieran haben nicht nur die direkt an der Arbeit von Somero Beteiligten mitgearbeitet. Es wurden auch Bevollmächtige des Bezirks Kawempe, Sozialarbeiter, Jugendliche und Eltern aus Kawempe und Nachbarbezirken, lokale Führungspersönlichkeiten, Schulverwaltung, Studierende sowie religiöse Institutionen verschiedener Konfessionen an einen Tisch geholt. Der Strategische Plan entstand in einem längeren Prozess, der jährlich wiederholt werden soll:

    Unsere Vision ist ein Uganda, in dem Jugendliche zwischen 13 – 25 Jahren universelle Bildung erlangen, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen. Dabei sollen sie mit Unterstützung der gesamten Gemeinde in der sie leben, soziale Veränderungen aktiv mitgestalten können.

    strategische_planung

    Dementsprechend sind unsere strategischen Ziele,

    1. die Einschulungs- und Abschlussquoten von Sekundarschulen und Universitäten für Mädchen und junge Frauen zu erhöhen, die in Armenvierteln leben oder von Armut bedroht sind;
    2. für unsere Zielgruppe Zugang zu Aus- und Weiterbildung zu eröffnen, um vorhandene Fähigkeiten auszubauen und neue zu erlernen und ihnen so eine reelle Chance auf einen Arbeitsplatz im formalen Sektor zu verschaffen, ohne dass sie ausgebeutet werden;
    3. über gesundheitliche Aspekte zu informieren und Zugang zu Gesundheitsvor- und –versorgung zu verschaffen, um besonders junge Frauen vor den Risiken von HIV/AIDS und ungewollten Schwangerschaften zu schützen;
    4. die umliegende Gemeinde über den Nutzen von Bildung und Ausbildung von Frauen zu sensibilisieren und sie in den Prozess als Multiplikatoren einzubinden.

    Um all diese Ziele zu erreichen, wurde die Organisationsstruktur des Somero Teams professionalisiert:

    1. Ein Team von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern, unterstützt von Freiwilligen sowie studentischen Praktikantinnen und Praktikanten, koordiniert die Implementierung und Umsetzung der verschiedenen Programme in Uganda. Zudem sind sie Ansprechpartner für die Stipendiatinnen und jungen Frauen am Somero Center und übernehmen die Kommunikation mit den verschiedenen Stakeholdern.
    2. Unterstützung in strategischen aber auch operativen Belangen bekommt das Team von einem Beraterteam, bestehend aus fünf Mitgliedern der Zivilgesellschaft in Uganda, das sich alle sechs Wochen trifft.
    3. In regelmäßigen Treffen mit der lokalen Gemeinschaft erfolgt ein Austausch über die Center-Aktivitäten und das Kursprogramm.
    4. Über das Mentorenprogramm werden den Stipendiatinnen außerschulische Bezugspersonen an die Seite gestellt.
    5. Somero Deutschland, unterteilt in verschiedene Arbeitsgruppen, stellt finanzielle Mittel zur Verfügung und arbeitet mit Somero Uganda in allen strategischen Fragen eng zusammen.

    Der ausführliche Strategische Plan kann hier herunter geladen werden.

  • III. Fokus Mädchen

     

    Warum fördern wir vor allem Mädchen und junge Frauen? Für viele Uganderinnen gehören Benachteiligung, Gewalt und Ausbeutung zum Alltag. Weniger als 15 Prozent der Uganderinnen besuchen eine weiterführende Schule. Somero setzt sich für ihre Gleichberechtigung ein und hilft ihnen, ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen.

    Wenn Mädchen ihr volles Potential entfalten können, wirkt sich dies in besonders positivem Maße auf sie selbst, ihre Familie und ihre soziale Umgebung aus: So erhöht jedes zusätzliche Schuljahr das potentielle Einkommen einer jungen Frau um 10 bis 20 Prozent. Ihr Einkommen investieren Frauen wiederum fast vollständig in ihre Familien – Männer tun dies nur mit etwa einem Drittel ihres Einkommens. Hinzu kommt, dass gebildete Frauen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch ihren eigenen Kindern den Zugang zu Bildung und damit einem besseren Leben ermöglichen. Die internationale Kampagne zum Girl Effect erläutert diese Wirkung sehr anschaulich:

    http://www.girleffect.org/why-girls/#&panel1-1