Bevölkerung & Geschichte

Bevölkerung

Ugandas Bevölkerungswachstum ist immer noch steigend und liegt an vierter Stelle weltweit. Die Bevölkerung von derzeit 31,3 Millionen lebt vorwiegend in den ländlichen Regionen. Die Bevölkerung ist ethnisch, kulturell, sprachlich und religiös heterogen und komplex. Im Land leben ca. 40 Ethnien, die aufgrund ihrer Kultur und Sprache zwei Hauptgruppen bilden: die Bantuvölker im Süden und die Niloten und Nilohamiten im Norden. Die Amtssprache ist englisch, seit 2005 zusätzlich suaheli.

Geschichte

Uganda gehört zu der Region Ostafrikas, die auch als Wiege der Menschheit bezeichnet wird. Archäologische Funde legen nahe, dass bereits vor 150.000 Jahren Menschen in Uganda lebten. Uganda, im Herzen Afrikas gelegen, war lange Zeit von der Außenwelt unbeachtet geblieben. Ende des 19. Jahrhunderts stießen Forscher auf der Suche nach den Quellen des Nils in das Gebiet des heutigen Ugandas vor. Das Land wurde britisches Protektorat. Rund 70 Jahre später, im Jahr 1962, wurde Uganda unabhängig. Bereits im Jahr 1966 wurde Ugandas damaliger Präsident von Milton Obote vertrieben. Obote ernannte sich anschließend zum Oberhaupt der Regierung.

Herrschaft Idi Amins

Im April 1971 verübte Idi Amin einen Militärputsch. Unmittelbar danach begann der Massenmord, für den Amins Regime später berüchtigt werden sollte. Insgesamt starben während der 8-jährigen Herrschaft Amins ca. 250.000 – 300.000 Menschen gewaltsam. Ugandische Rebellen, unter ihnen der heutige Staatschef Yoweri Museveni, befreiten unter der Führung tansanischer Truppen im April 1979 Uganda von der Schreckensherrschaft Amins.

Die 80er Jahre

Im September 1980 wurde Milton Obote zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Die Wahlen waren dabei keineswegs frei und fair. Die Herrschaft Obotes übertraf in ihrer Brutalität und Gewaltbereitschaft die Zeit Idi Amins. Zwischen 1981 und 1985 kamen in Uganda ca. 1 Million Menschen ums Leben.

Heutige Präsidentschaft

Nach Obotes umstrittener Wiederwahl begann Yoweri Museveni einen Guerillakrieg im Südwesten Ugandas. 1986 eroberte Musevenis National Resistance Army (NRA) Kampala und Museveni übernahm die Macht. Museveni ist heute seit knapp einem Vierteljahrhundert Präsident Ugandas. Die Regierung hat zwar alle wichtigen internationalen Verträge und Konventionen unterzeichnet, die Wirklichkeit sich jedoch anders aus. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und auf Pressefreiheit wird weiterhin missachtet. Militärgerichte sprechen nach wie vor Todesurteile aus und es gibt Berichte über Folterungen an Gefangenen.

Konflikt in Norduganda

Gegen die Machtergreifung von Museveni gab es auch Widerstand. Vor der Lord’s Resistance Army (LRA) unter ihrem Anführer Joseph Kony, die für die Errichtung eines Gottesstaates kämpft, haben die Menschen in Uganda heute noch Angst. Der „wohl brutalsten Rebellengruppe der Welt“ (Jan Egeland, Vizegeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten und Koordinator für Nothilfe (OCHA der UNO) werden zahlreiche Verbrechen vorgeworfen. Sie plünderten, mordeten und folterten im Prinzip wahllos. Vor allem Kinder wurden entführt, gezwungen für die LRA zu kämpfen und sexueller Gewalt, physischer und psychischer Qual ausgesetzt. In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt etwa 500 Kinder pro Monat entführt. Fast die gesamte Bevölkerung in Norduganda wurde durch Konys Rebellengruppe intern vertrieben. Im Februar 2008 gab es endlich eine Wende im 22-jährigen Konflikt in Norduganda. Die Friedensverhandlungen zwischen der LRA und der Regierung wurden aufgenommen. In Norduganda ist seitdem eine große Veränderung in der Sicherheitslage zu sehen: seit Monaten gibt es keine Entführungen und kaum Überfälle. Rebellenführer Kony hat den Friedensvertrag allerdings bis heute nicht unterzeichnet und viele Menschen leben nach wie vor in den Flüchtlingscamps.