Die Gefahren einer Schwangerschaft in Uganda

Wie viel es kostet, in Uganda ein Kind auf die Welt zu bringen, ist abhängig von Ort und Art der Betreuung. Für traditionelle Geburtshilfe müssen die Frauen oder ihre Familien umgerechnet 11,50 US$ bezahlen, für eine Geburt im Privatkrankenhaus ca. 192 US$.

Daher sind viele Frauen dazu gezwungen, traditionelle Heilerinnen aufzusuchen. Solche Geburten finden meist unter katastrophalen hygienischen Bedingungen statt und können somit lebensgefährlich für Mütter und Neugeborene sein.

Doch auch in öffentlichen Krankenhäusern kommt es zu häufigen Komplikationen und Todesfällen unter der Geburt. Das Krankenhauspersonal ist oftmals hoffnungslos unterbesetzt, schlecht bezahlt, ebenfalls mangelhaft ausgestattet oder nicht ausreichend ausgebildet. Es werden nicht selten Bestechungsgelder oder das Mitbringen ihrer eigenen sterilen Geburts-Set von den Frauen gefordert. Auch diese zusätzlichen Kosten bedeuten, dass Frauen in vielen Fällen keine professionelle Geburtshilfe in Anspruch nehmen können.

Wie in einem Bericht auf der Informationsplattform der United Nations IRIN zu dem Thema zu lesen ist, sind dies einige der Gründe, warum die Mutter- und Kindersterblichkeit in Uganda so besorgniserregend hoch ist. Die häufigsten Todesursachen sind Blutungen, Blutvergiftung, Geburtshindernisse und verpfuschte Abtreibungen. Daten aus dem Jahr 2006 besagen, dass in Uganda jeden Tag 16 Frauen unter der Geburt sterben. 76 Kinder unter 1000 Lebendgeborenen sterben noch im ersten Lebensjahr.

Wie so oft leiden nicht alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen unter diesen strukturellen Mängeln. Eine Geburt in einer Privatklinik können sich hauptsächlich Frauen aus ärmeren Bevölkerungsschichten nicht leisten. Auf dem Land haben sie meist gar keine andere Wahl als sich an traditionelle Heilerinnen zu wenden, da Krankenhäuser zu weit entfernt sind. Frauen ohne ausreichende Bildung wissen oftmals noch nicht einmal, dass ihnen verschiedene Möglichkeiten offenstehen würden und werden in sehr kurzen Abständen schwanger, was die gesundheitliche Bedrohung von Mutter und Kind noch verstärkt. Besonders problematisch ist die Situation der Frauen, die mit HIV/AIDS leben. Sie bekommen in den Krankenhäusern nicht die nötige Spezialbehandlung und werden aus Angst des Krankenhauspersonals vor Ansteckung ignoriert oder benachteiligt.

Viele dieser Faktoren: Armut, unzureichender Zugang zu Gesundheitsversorgung und Beratung, niedriger Bildungsstand und Krankheiten wie HIV/AIDS kommen in Slumgebieten der Städte zusammen und bedeuten eine große Gefahr für die schwangeren Frauen und Mädchen dort.

Das Gesundheitsministerium spricht zwar von allgemein rückläufigen Zahlen der Mutter- und Kindersterblichkeit, doch wird dies von NGOs wie dem Centre for Health, Human Rights and Development (CEHURD) und Health Gap bezweifelt. Sie werfen der ugandischen Regierung die Vernachlässigung des Schutzes von Mutter und Kind und somit den Verstoß gegen die eigene Verfassung sowie den ‚Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte‘ und die ‚Kinderrechtskonvention‘ vor. Hierfür wurde eine Petition ins Leben gerufen, die dem Verfassungsgericht vorgelegt werden soll.

Es ist nicht absehbar, wie erfolgreich diese Petition sein wird, doch man kann hoffen, dass sich wenigstens durch die öffentliche Aufmerksamkeit und den dadurch entstehenden Druck die Misslage der Frauen ein wenig verbessern wird.

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