Warum engagiert sich Somero für die Ausbildung von Mädchen?

In Uganda besteht allgemeine Schulpflicht für Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Grundschule und erste Sekundarstufe sind kostenfrei. Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt bei 74,6 %, bei Jugendlichen (15-24 Jahre) bei 87,3 % (UNESCO, Stand 2008). Warum also engagiert sich Somero für die Ausbildung von Mädchen?

Die Regierung in Uganda hat große Anstrengungen in der Entwicklung des Schulsystems unternommen, doch ohne Unterstützung gemeinnütziger Organisationen wie dem Somero e.V. wären die Herausforderungen nicht zu meistern. Es gibt noch immer weite Landesteile mit unzureichender Anzahl an Schulen.Der Weg zur nächsten Schule kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Das Geld für ein Internat fehlt den meisten.

Doch Schulpflicht und kostenfreier Zugang zur Grundschule sagen noch nichts über die Qualität des Unterrichts aus. Von allen Kindern im Einschulungsalter werden 97 % tatsächlich eingeschult; aber auch Jugendliche, die bisher noch nicht die Schule besucht haben, haben nun Anspruch auf Schulbesuch. D.h. die tatsächliche Einschulungsrate liegt bei 120 %. (World Bank, Stand: 2008). Das hört sich gut an, bedeutet aber, dass die öffentlichen Schulen überfüllt sind und der Altersunterschied in den Klassen sehr hoch ist.

Nur 56 % der Schüler beenden die Grundschule und nur 22 % der im entsprechenden Alter befindlichen Schüler gehen anschließend auf die Secondary School (weiterführende Schule), mit deren erfolgreichem Abschluss man sich für eine Berufsausbildung qualifiziert. (World Bank, Stand: 2008).

Die Hintergründe sind vielschichtig, aber zwei Hauptgründe sind noch immer, dass viele Familien kein Geld für die nötigen Schulmaterialien haben und ihre Kinder, besonders ihre Töchter, für die Arbeit auf den Feldern brauchen. In den Städten werden die Töchter oftmals zur Prostitution gezwungen, um zum Familienunterhalt beizutragen. Wenn überhaupt von Seiten der Familien auf Ausbildung geachtet wird, dann für die jüngeren Kinder. Die jetzigen Jugendlichen werden oft sich selbst überlassen. Doch gerade sie sind die Mehrheit der Bevölkerung, auf die sich die nahe Zukunft des Landes stützt.

Übrigens liegt die Eintrittsquote für die Secondary School II, die zur Hochschulreife führt, bei nur 4 %.

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